12 Mai

31.572 Lego-Steine – 170 Mitarbeiter – 1 Ziel

Agile Werte sind das Fundament des Agilen Projektmanagements. So ist die Kultur einer der wichtigsten Faktoren, um das Potential eines Cross-funktionalen Teams abrufen zu können. In agilen Teams wird die Kultur unter anderem durch Retrospektiven geprägt, deren Schwerpunkte sich an den vier Entwicklungsphase des Teams (forming, storming, norming und performing) orientieren kann.

Doch wie sieht es mit der Kulturentwicklung aus, wenn erst das Zusammenwirken verschiedener Teams zum Erfolg führt? Wie kann man agile Werte wie “Zusammenarbeit”, “Vertrauen”, “Teamgeist”, “Offenheit” etc. auch außerhalb einzelner Teams fördern? Wie kann es gelingen, das Wir-Gefühl in einem Bereich von 200 Mitarbeitern zu stärken?

Dieser Frage sind wir Anfang des Jahres auf dem “OTTO – E-Commerce Solutions and Technology – MEETUP” nachgegangen. Aber seht selbst, ob und wie uns das gelungen ist…

 

 

Warum gerade jetzt dieser Workshop?

Der Bereich „eCommerce Solutions & Technology“ ist in den letzten Jahren stark gewachsen, es gab viel Bewegung, vor allem bei externen Mitarbeitern. Zudem arbeiten die Teams mittlerweile über drei Standorte verteilt. Die einzelnen agilen Teams konnten auf diese Umstände sehr gut reagieren, aber teamübergreifend wurde das vernetzte Arbeiten zunehmend schwieriger. Darauf wollten wir reagieren.

Welches Ziel hat der Workshop verfolgt?

Die agilen Teams funktionieren, weil sich die Teammitglieder untereinander gut kennen. Und das beginnt – so banal es klingt – beim Gesicht, beim Namen, bei individuellen Stärken, bei Präferenzen und so weiter. Dies ist die Grundlage für Vertrauen und eine gute Zusammenarbeit. Mit dem Workshop wollten wir auch außerhalb der Teams genau dort, beim Kennenlernen, ansetzen.

Zudem wollten wir die Mitarbeiter einladen, selbst mitzugestalten, wie wir die Kultur und die agilen Werte im Bereich leben. Denn erstens beeinflusst das schon an sich die Kultur. Und zweitens entstehen daraus viele neue Impulse.

Wie wurde das Ziel verfolgt?

Wir haben in 24 Gruppen an 12 Stationen standort-, team- und hierarchieübergreifend gearbeitet, was das Kennlernen genau so positiv beeinflusst hat wie das Rahmen- und Abendprogramm. Die Gruppen gingen im Rahmen der LEGO Serious Play®-Methode einer Leitfrage nach: „Wodurch zeichnet sich ein ausgeprägtes Wir-Gefühl im Bereich aus?“

Und was ist LEGO Serious Play®?

Die LEGO Serious Play® Methode ist eine gleichermaßen spielerische wie ernsthafte Methode, Kommunikation im Team zu stärken und Kreativität zu fördern. Das feste Set an Bausteinen – und vor allem die Zeit – sind limitiert. Es bleibt also nicht viel Raum für lange Diskussionen über das „Wie“. Stattdessen zählt am Ende das „Was“, das Ergebnis.

Viel schneller als in anderen Formaten muss also jeder Teilnehmer zum Kern seiner Aussage kommen und sein Modell anschließend allen anderen erklären; das wird mitunter auch mal ziemlich komisch. Mit den Händen zu bauen, fördert nachweislich die Hirnaktivität und bringt überraschende, kreative Ergebnisse hervor. Im Rahmen des Workshops steigert der Moderator dabei nach und nach die Aufgabenkomplexität. Nachdem die Teilnehmer zum Beispiel zuerst lange und stabile Brücken gebaut haben, geht es an eher metaphorische Gebilde, etwa „die Stimmung im Team“ – ausgedrückt in LEGO-Steinen.

Der LEGO-Workshop gipfelt in der „LEGO-isierung“ eines wünschenswerten Soll-Zustands – gemeinsam müssen alle Teilnehmer also ihre Gedanken und Modelle kombinieren, um daraus ein großes Gebilde zu bauen. Für uns ist das Modell eine super Möglichkeit, Teamworkshops einmal anders, aber nicht weniger effektiv aufzuziehen.